Dr. Edith Altmann, Astrologie (f√ľrs) Leben. Mitglied im √Ėsterreichischen Astrologenverband, astrologische Praxis in Leoben/Steiermark. Die Website informiert √ľber den Zugang Dr. Altmanns zur astrologischen Theorie und Praxis und bietet umfangreiche Querverweise zwischen Geschichte der Astrologie, europ√§ischer und internationaler Geistesgeschichte und Philosophie. "> Astrologie - Dr. Edith Altmann ... herzlich willkommen!
 

Der Tierkreis: Das älteste Wissen der Menschheit

In den Tierkreiszeichen ist ein Urwissen √ľber richtige Lebenshaltung, √ľber Naturgesetze enthalten.Schon 4000 Jahre vor unserer Zeitrechnung beobachtete der Mensch die Zeichen am Himmel, war doch sein √úberleben von Tag und Nacht, dem Wetter und den Gezeiten abh√§ngig. Er orientierte sich an der Bewegung der Sonne, die von Osten kam und den Tag brachte, und die, wenn es dunkel wurde, im Westen unterging. Der Mensch betrachtete den Himmel und beschrieb markante Fixsterngruppen als Bilder. Was er sehen konnte, setzte er in Bezug zu seinen Erfahrungen und versuchte Zusammenh√§nge zwischen „oben“ und „unten“ herzustellen.

Erst spät erfand der Mensch zur Beobachtung des Himmels Instrumente: Der Weltraum wurde in gleichem Masse weiter, größer und tiefer, wie die Instrumente feiner und präziser wurden. Mittlerweile ist die Technik soweit fortgeschritten, dass man mit riesigen Fernrohren nicht nur die Galaxis betrachten kann, sondern sogar die Geburt von ungeheuer weit entfernt liegenden Sternsystemen.

Je weiter die Astronomen in den Weltraum dringen, desto mehr wird ihnen bewusst, wie winzig klein, verglichen mit dem Ganzen, der Ausschnitt ist, den sie √ľberhaupt erforschen k√∂nnen. Mit der Astrologie, der Lehre √ľber den inneren, symbolhaften Gehalt der Sterne, ist es ebenso. Auch wir Astrologen bewegen uns immer nur in einem Bruchteil dessen, was das Ganze ausmachen k√∂nnte.

Die √§ltesten Aufzeichnungen √ľber die Beobachtung des Himmels und der Urgesetze kommen aus Indien – die Vedische Astrologie, deshalb eine indische Sage zur „Entstehung des Tierkreises“:

Als Rama alt wurde, zog er sich in das Gebirge zur√ľck. Hier verbrachte er die letzten Jahre seines Lebens mit der Aufstellung eines Kalenders f√ľr sein Volk. Dieser Kalender war der Tierkreis. Es war ein sonderbares Buch, in Sternschrift geschrieben, in himmlischen Hieroglyphen auf das grenzenlose Firmament. Dieses Wissen wurde zu den V√∂lkern in die Welt hinausgetragen, und von diesen als „heilig“ geh√ľtet. Aus dem Wissen des Tierkreises sind die Religionen und Kulturen aller V√∂lker der Erde entstanden, auch das Christentum.

Die Sumerer, die √Ągypter, Chinesen, Babylonier, Inder, Perser, Ph√∂nizier, Germanen, Griechen, Peruaner, Mexikaner, Tolteken, Mayas, Mississippi – Indianer, alle alten V√∂lker der Erde besa√üen Tierkreis-Wissen.

Das Tierkreis-Wissen entstammt einer Zeit mit einer völlig anderen Denkweise:

Unser heutiges Denken ist „materialistisch“ ausgerichtet, es geht davon aus, dass unsere Welt in ihrem Urgrund stofflich ist. Die fr√ľhzeitliche Denk und Erlebnisweise besagte, dass der Urgrund aller Sch√∂pfung „Gott“ sei, der Urgrund sei „geistig“.

Der Ursprung aller k√∂rperlichen Erscheinungsformen ist darum „geistig“ und unsterblich.

Diese unsterblichen Geistwesenheiten durchlaufen viele Wiedergeburten, mit dem Ziel, sich mit dem Urgott aller Schöpfung wieder zu vereinigen.

Woher stammt das „Urwissen“ um die Himmelsgesetze?

Stammen die √úberlieferungen von den Bewohnern aus „Atlantis“?

Atlantis, d. h. Insel des Atlas, ist der Name eines Inselreiches, das der griechische Philosoph PLATON als erster erw√§hnte und beschrieb: Dieses Reich sei eine Seemacht gewesen, die ausgehend von ihrer „jenseits der S√§ulen des Herakles“ gelegenen Hauptinsel gro√üe Teile Europas und Afrikas unterwarf. Nach einem gescheiterten Angriff auf Athen sei es schlie√ülich um 9600 v. Chr. in Folge einer Naturkatastrophe innerhalb „eines einzigen Tages und einer ungl√ľckseligen Nacht“ untergegangen.

Platons Schilderungen inspirierten die Nachwelt, Atlantis wurde zu einem Mythos.

Platon beschreibt die Insel Atlantis in seinen um 360 v. Chr. verfassten Dialogen „Timaios“ und „Kritias“.

Er erz√§hlt von einer Diskussion zwischen 2 Politikern, Kritias und Hermokrates und 2 Philosophen, Sokrates und Timaios. Kritias erz√§hlt eine Geschichte, die ihm sein Gro√üvater erz√§hlt habe. Dieser habe sie wiederum von seinem Vater, der ein Gef√§hrte des Solon gewesen sei. (Ti.20d, ff). Solon habe die Kunde von Atlantis aus √Ągypten mitgebracht. Ein Priester habe ihm eine Jahrtausende alte Geschichte erz√§hlt: Die gr√∂√üte Heldentat Athens sei die Abwehr eines riesigen Heeres, der expansiven Seemacht „Atlantis“, gewesen. Jenes Inselreich habe 9000 Jahre ganz Westeuropa und Nordafrika bis nach √Ągypten beherrscht und wollte auch Griechenland unterwerfen (Tim 25a-b). Nach der Abwehr des Angriffes durch die Athener sei Atlantis von einer Naturkatastrophe mit schwerem Erdbeben und darauf folgender Flut zerst√∂rt worden und f√ľr immer versunken. Auch das Heer der Athener sei bei dieser Katastrophe zugrunde gegangen. Das Reich von Atlantis sei gr√∂√üer gewesen als Libyen und Asien zusammen und war reich an Rohstoffen; die Bauten bestanden aus geometrischen Grundformen, die Ebene war von breiten Kan√§len durchzogen.

Die militärische Niederlage von Atlantis wird als Strafe gesehen, weil der göttliche Anteil der Atlantiden durch die Vermischung mit Menschen zusehends geschwunden sei und sie nur mehr von Gier und Macht ergriffen waren.

Einerseits diente die Erz√§hlung „Von Atlantis“ als Demonstration der praktischen Bew√§hrung eines Idealstaates, denn am Ende der „Politeia“ war die Frage gestellt worden: „Was ist Gerechtigkeit?“

Die Geschichte von Atlantis ist eine politische Allegorie auf expansive Politik! (Auf heute bezogen: Globalisierung , grenz√ľberschreitende Systeme und Netze)

Nun, schon in der Antike wurde die √úbertreibung dieser Darstellung gelegentlich parodiert:

Aristoteles meint zur Atlantis Erzählung:

„ Er (Platon), der diese Insel erfand, lie√ü sie auch verschwinden“. (zit. Strabon, II 3, 6)

Die alten √Ągypter behaupten, dass sie von diesem Ur-Volk ihre Kultur erhalten h√§tten, von ihnen sogar abstammten. Und Pythagoras habe von den √Ągyptern gelernt, was diese selbst von jenen fernen √Ąthiopiern erfahren h√§tten.

Auf gemeinsame Lehrer und auf einen gemeinsamen Ursprung verweisen auch die √Ąhnlichkeiten in der Bauweise von den Stufenpyramiden von Sakkar in √Ągypten (2800 v. Chr.); die Cheopspyramide z√§hlt zu den Sieben Weltwundern, sie ist 146,6 m hoch. Die technische Bauweise ist bis heute nicht nachvollziehbar. Pyramiden und Stufentempel wurden auch von den Mayas, den Tolteken, den Azteken eingesetzt.

Ob der Tierkreis nun von der Erkenntnis der einzelnen V√∂lker kommt oder von einem uralten Volk, der Atlantaer, sicher ist, dass diese „Zeichen“ uralt sind und √ľber die ganze Erde sich verteilten.

Eine sehr alte Darstellung des Tierkreises befindet sich an der Decke des Tempels von Dendera, welcher eine Tagreise n√∂rdlich von Theben am linken Nilufer liegt. Dieser Tierkreis besteht aus 12 Feldern und tr√§gt im Feld der Jungfrau nicht eine, sondern 3 Jungfrauen. Der Heraushebung dieses Feldes sowie der Zahl 3 kommt besondere Bedeutung zu: Es fand eine Mondfinsternis in der Korn√§hre der Jungfrau statt. Drei Fr√ľhlingspunkte der Tag- und Nachtgleiche waren drei Mal um den ganzen Tierkreishimmel herumgewandert und somit war ein Zeitraum von drei mal drei platonischen Jahren (ein platonisches Jahr entspricht 25 850 Jahren), d.h. ein Zeitraum von 76 550 Jahren, vergangen.

Dies entr√§tselte der Astronom Bailly. Er hat auch die Wahrheit initiierter Priester √Ągyptens gerechtfertigt.

Herodot erfuhr von fr√ľhen Eingeweihten des √§gyptischen Volkes, dass diese genaue Kenntnisse √ľber die Sternbahnen hatten. Sie wussten, dass nach ca. 25 850 Jahren die Gestirne wieder dieselbe Stellung einnehmen werden. Den Vorgang nennen wir Pr√§zession, lat. Praecedere = vorr√ľcken; in der Sternkunde geht es um das Vorr√ľcken des Fr√ľhlingspunktes (Widder). Durch das Vorr√ľcken, also infolge der Pr√§zession √§ndert sich auch scheinbar die Stellung der Gestirne am Himmel. So k√∂nnen im Laufe der Jahrtausende Sterne nicht mehr aufgehen, die heute noch sichtbar sind. Ein Sternbild ist eine Gruppe von Sternen, die ein auff√§lliges Muster bilden. Sternbilder finden sich in allen Hochkulturen.

Indien: von den Hindus wissen wir, dass sie Kenntnis √ľber einen Zeitrahmen von 7 bis 8 Millionen Jahren haben. W√§hrend der √§gyptische Tierkreis ca. 78 000 Jahre umfasste, erstreckten sich die indischen Berechnungen √ľber 33 platonische, also 33 x 25 850 = ca. 850 000 Jahre. Die indischen Systeme der Astronomie sind die √§ltesten. Die Brahmanen behaupten, dass die sanskritischen Cssatras mehr als 7 Millionen Jahre alt seien.

Die heutigen Sternbilder gehen von den 12 babylonischen Tierkreiszeichen aus und wurden im antiken Griechenland auf 48 erweitert Zwischen 16. und 18. Jhd. wurden weitere Sternbilder eingef√ľhrt – heute gibt es 88 Sternbilder.

Die Namen der 12 Tierkreiszeichen beruhen auf den 12 Sternbildern der Ekliptik, mit denen sie vor 2500 Jahren deckungsgleich waren, die sich jedoch auf Grund der Pr√§zession verschoben haben, so dass die Sonne heute im vorhergehenden Sternbild steht: z.B. Tierkreiszeichen Jungfrau – w√§re Sternbild L√∂we (siderisch, um 30¬į).

Aus babylonischer Zeit sind uns Tontafeln √ľberliefert, die Astrologische Botschaften in Form von Keilschriftdichtung mitteilen. Am bekanntesten ist das Gilgamesch-Epos, das seinen Ursprung im sumerischen Reich hat (Mesopotamien). Es sind uns nur wenige Tontafeln in sumerischer Keilschrift erhalten, ein Gro√üteil wurde durch Tafeln j√ľngeren Datums ersetzt und stammt aus der Tontafel-Bibliothek Assurbanipals (ca. 700 v. Chr.) Und ganz bemerkenswert ist die Keilschriftdichtung zum Gilgamesch-Epos, welches in 4 Sprachen geschrieben und zwischen 2100 bis 600 v. Chr. im Gebiet von S√ľdbabylonien bis nach Kleinasien √ľberliefert wurde. (Ein Teil davon befindet sich heute im Museum f√ľr Vor und Fr√ľhgeschichte in Berlin). Es schildert die Wandlung und L√§uterung des Gilgamesch, der das Kraut des ewigen Lebens sucht, und enth√§lt auch die Sintflutsage.

Auf alttestamentarischen Spuren des Tierkreis-Wissens!

AT, Buch Hiob, Kapitel 38, Vers 31 und 32: (1800 v. Chr.)

„Vermagst du die Bande des Siebengestirns zu kn√ľpfen oder das Gef√ľge des Orions zu l√∂sen, l√§sst du die Bilder des Tierkreises zur rechten Zeit hervortreten und leitest Du den gro√üen B√§ren samt seinen Jungen!“

AT, 2. Buch der Könige, Kapitel 23, Vers 4-5:

„Hierauf befahl der K√∂nig Josia dem Hohen Priester Hilkia, alle Ger√§te, die f√ľr Baal und Astarte und das ganze Sternenheer des Himmels angefertigt worden waren, aus dem Tempel des Herrn hinauszuschaffen. Er lie√ü sie dann au√üerhalb Jerusalems verbrennen und ihre Asche nach Bethel bringen. Sodann setze er die G√∂tzenpriester ab, welche K√∂nige von Juda eingesetzt hatten, sowie die, welche Baal, der Sonne und dem Mond, den Bildern des Tierkreises und dem ganzen Sternenheere des Himmels Opfer gebracht hatten.“

Die Tierkreiszeichen in der Astrologie:

Bei den Zeichensymbolen handelt es sich um Anfangsbuchstaben von griechischen Worten, um verwandtes Aussehen zu ägyptischen Hieroglyphen oder um Deutzeichen. Die Vorstellung von einer Kraft, die in den einzelnen Tierkreiszeichen wirkt, besteht seit der Antike bis zum heutigen Tage.


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